#Deutschland25 ‒ Auf der Suche nach der „Generation Mauerfall”

Freitag, 17. Oktober 2014 | 10:56

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25 Jahre liegt die Öffnung der innerdeutschen Grenze jetzt hinter uns ‒ ein guter Zeitpunkt, um die Menschen näher kennen zu lernen, die das geteilte Deutschland nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen: die „Generation Mauerfall”. Wir haben uns auf die Suche nach 25 ungewöhnlichen Persönlichkeiten der Jahrgänge um 1989/90 gemacht und gefragt: Welche Träume und Werte verbindet diese Generation zwischen 25 und 30 Jahren? Welche Fragen haben sie an die deutsche Gesellschaft?

Auf der Website #Deutschland25 stellt Google bis zum 9. November 25 dieser jungen Deutschen vor, die durch besondere Projekte und Unternehmungen für das neue Selbstverständnis ihrer Generation stehen. Einige von ihnen hat Regisseurin Bettina Blümner („Prinzessinnenbad”), Gewinnerin des Deutschen Filmpreises 2008, auch in Kurzfilmen gewürdigt.

Eine der Geschichten der „Generation Mauerfall” ist die von Ninon, 25 Jahre alt, aus Berlin. Vor etwa einem Jahr rief sie gemeinsam mit drei Kommilitoninnen das Projekt „Über den Tellerrand” ins Leben. Mit ihrem Projekt möchte Ninon den Austausch zwischen den Kulturen fördern. Dazu zählen gemeinsame Kochworkshops von Flüchtlingen und Einheimischen sowie ein Kochbuch mit Rezepten und Geschichten von Flüchtlingen. „Kultureller Austausch ist unglaublich wichtig und bereichert unsere Gesellschaft”, sagt Ninon. Für die Zukunft plant sie mit ihrem Team, ihr Kochbuch in andere Sprachen zu übersetzen und im Ausland zu verkaufen. Außerdem möchten sie ihre Kochkurse in ganz Deutschland anbieten.




Eine weitere Idee der „Generation Mauerfall” stammt von Thekla und Pola aus Hamburg. Schon einmal von einer Bücherei für Kleider gehört? So etwas gibt es jetzt an der Hamburger Sternschanze ‒ die „Kleiderei”. Die Idee, Kleidung zum Ausleihen anzubieten, hatten Thekla und Pola vor etwa zwei Jahren. Das Prinzip ist ziemlich einfach: Für einen monatlichen Beitrag könnt ihr einmal im Monat vier verschiedene Kleidungsstücke ausleihen. Mit diesem neuen Konzept möchten die beiden Frauen den Kleiderkonsum verändern ‒ weg von Überkonsum und Überproduktion hin zu einer stärkeren Wertschätzung der Dinge.



Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts haben rund 20 Prozent der Haushalte in Deutschland keinen Computer und keinen Zugang zum Internet. Genau hier setzt das Projekt „Digital Helpers” des 24-jährigen Leo und seinem Team an. Sie haben sich zur Aufgabe gemacht, aussortierte Computer an bedürftige Menschen zu verteilen. Das in München gegründete Social Startup organisiert zusammen mit dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. die Umverteilung alter Computer, die sonst vielleicht im Müll landen würden.

Leo macht einen ausrangierten Computer wieder fit.

Auch ihr könnt bei der Initiative dabei sein, indem ihr auf g.co/deutschland25 euer Statement zu einem oder mehreren der 25 Themen abgebt. Auf einer Deutschlandkarte seht ihr anhand bunter Pins, wo in Deutschland das größte Interesse zu bestimmten Themen zu erkennen ist ‒ also ein interaktives Porträt des heutigen Deutschland. Wir freuen uns auf eure Beiträge!

Post von Frida Elisson, Consumer Marketing Manager, Google

Neues von Android und Nexus

Mittwoch, 15. Oktober 2014 | 18:20

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Gutes entsteht dann, wenn alle zusammenarbeiten. Vor einigen Jahren haben wir uns überlegt, dass Telefone (und Dinge, die noch gar nicht erfunden waren, wie Tablets und Smartwatches) viel interessanter sein könnten, wenn sich alle an der Entwicklung beteiligen könnten. Deshalb entwickelten wir Android als offene Plattform und stellten sie jedem zur Verfügung, der damit Neues schaffen, erfinden oder kaufen wollte.

Seitdem haben ganz unterschiedliche Menschen – von kleinen und großen Unternehmen über Schulkinder bis zu verrückten Entwicklern – gemeinsam schneller mehr Innovationen geschaffen, als es uns allein möglich gewesen wäre. Das Beste daran ist, dass die Arbeit für uns alle immer interessanter und spannender geworden ist.

Alle zu integrieren ist auch die Idee, die hinter Android One steht – einer vor kurzem in Indien gestarteten Initiative (kommt auch bald in andere Länder), um tolle Smartphones den Milliarden von Menschen weltweit zur Verfügung zu stellen, die noch nicht online sind. Deshalb sind wir auch so begeistert von Lollipop, unserer neuesten Android-Version, die entwickelt wurde, um den unterschiedlichen Anforderungen von über einer Milliarde Menschen gerecht zu werden, die heute bereits Android nutzen.

Jetzt neu: Android 5.0 Lollipop
Auf der Google I/O haben wir es schon präsentiert: Lollipop ist unsere größte und anspruchsvollste Android-Version mit über 5.000 neuen Programmierschnittstellen für Entwickler (APIs). Lollipop ist flexibel, läuft auf allen Android-Geräten und kann nach Belieben angepasst werden. Und wie schon immer bei Android ist es zum Teilen entwickelt.



Lollipop wurde für eine Welt gemacht, in der man täglich verschiedene Bildschirme verwendet – von Smartphones und Tablets bis hin zu Fernsehern. Je mehr Geräte miteinander verbunden werden, desto mehr erwartet man, dass die Dinge einfach funktionieren. Mit Lollipop ist es jetzt leichter als je zuvor, da weiterzumachen, wo man aufgehört hat: Ihr könnt eure Songs, Fotos, Apps und die letzten Suchanfragen von einem eurer Android-Geräte jetzt auch automatisch auf allen anderen Geräten nutzen.

Wenn man von einem Bildschirm zum anderen wechselt, soll die Nutzererfahrung dieselbe bleiben. Lollipop hat daher dasselbe Design für alle Geräte – ein Ansatz, den wir als “Material Design” bezeichnen. Heute lassen sich Inhalte viel intuitiver über Berührung oder sogar Sprache steuern – zudem werden die Übergänge zwischen den Funktionen fließender.

Mit Lollipop habt ihr auch mehr Kontrollmöglichkeiten. Ihr könnt eure Einstellungen so anpassen, dass euch nur ausgewählte Personen und Nachrichten erreichen, wenn ihr beispielsweise gerade im Restaurant oder mitten in einem wichtigen Meeting seid. Und wenn eine wichtige Nachricht eingeht, seht ihr diese direkt auf dem Sperrbildschirm.

Und weil wir unsere Geräte immer länger nutzen, gibt es auch eine neue Akkusparfunktion, die die Nutzungsdauer eures Geräts um bis zu 90 Minuten verlängert – besonders hilfreich, wenn gerade keine Steckdose in der Nähe ist. Wir haben die Möglichkeit geschaffen, mehrere Nutzerkonten und Gastprofile anzulegen, um eure persönlichen Daten zu schützen. Zudem könnt ihr euer Gerät nun mit einer PIN, einem Passwort, einem Sperrmuster oder sogar durch das Verbinden eures Smartphones mit einem anderen Gerät wie eurer Uhr oder eurem Auto über Smart Lock schützen. Dies ist jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack auf Lollipop. Weitere Infos erhaltet ihr auf android.com (nur auf Englisch).

Lernt die Nexus-Familie kennen, jetzt mit Lollipop
Fortschritte in der Computerwelt entstehen an der Schnittstelle zwischen Hardware und Software. Deshalb bringen wir neben unseren Android-Versionen immer auch Nexus-Geräte auf den Markt. Statt abstrakte Software zu produzieren, arbeiten wir mit Hardware-Partnern zusammen, um Nexus-Geräte herzustellen, die immer wieder neue Möglichkeiten bieten. Nexus-Geräte setzen Maßstäbe, weil sie für die neueste Android-Version entwickelt wurden. Und für Lollipop haben wir ein paar neue Leckereien von Nexus, die wir mit euch teilen wollen.



Zuerst haben wir zusammen mit Motorola das Nexus 6 entwickelt. Dieses neue Smartphone hat einen geschwungenen Aluminiumrahmen, ein 6‘‘-Quad-HD-Display und eine 13-Megapixel-Kamera. Das große Display wird ergänzt durch zwei Stereo-Frontlautsprecher, die Hi-Fi-Sound bieten und ideal für Filme und Spiele sowie für die Arbeit sind. Es ist auch mit einem Turboladegerät ausgestattet, sodass ihr es nach einer Ladezeit von nur 15 Minuten bis zu 6 Stunden nutzen könnt.

Außerdem haben wir zusammen mit HTC ein neues Tablet entwickelt. Das Nexus 9, in gebürsteter Metalloptik und mit einem 8,9‘‘-Display ist es klein genug, um es einfach in der Hand zu tragen, und dennoch groß genug, um damit bequem zu arbeiten. Da immer mehr Menschen mit dem Tablet genauso komfortabel arbeiten möchten wie am Computer, haben wir eine Tastatur entwickelt, die magnetisch am Nexus 9 befestigt wird. Sie lässt sich auf zwei verschiedene Arten falten und liegt sicher im Schoß wie ein Laptop.

Vorbestellungen für Nexus 9 sind ab dem 17. Oktober möglich. Ab 3. November wird das Gerät im Google Play Store und bei unseren Handelspartnern Media Markt, Saturn, Amazon und OTTO verfügbar sein. Nexus 6 folgt ebenfalls in Kürze. Weitere Informationen zur Verfügbarkeit findet ihr auf google.com/nexus.

Android 5.0 Lollipop, mit dem Nexus 6 und Nexus 9 ausgestattet sind, wird in den kommenden Wochen auch auf Nexus 4, 5, 7 und 10 erhältlich sein.

Jetzt geht es richtig los
Mit der neuesten Version von Android Lollipop freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit mit unserer Entwickler-Community, unseren Hardware-Partnern und euch allen. Zusammen erfindet es sich besser und schneller. Ihr seid alle herzlich eingeladen mitzumachen! Und viel Spaß wünschen wir euch auch beim Schaffen und Teilen von Android-Charakteren, die ein wenig das widerspiegeln, was ihr seid – einzigartig.

Post von Sundar Pichai, SVP, Android, Chrome & Apps

„The New Gründergeist” - Eric Schmidt spricht in Berlin über Innovation, Technologie und die Zukunft des Internet

Montag, 13. Oktober 2014 | 19:18

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Eric Schmidt hat heute im Rahmen eines Besuchs in Berlin die Firmenzentrale von Native Instruments, dem führenden Hersteller von Hard- und Software für computerbasierte Musik-produktion und DJ-Equipment, besichtigt. Der Google-Chairman sprach vor rund 100 Unternehmensgründern sowie Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft über Innovation, Technologie und die Zukunft des Internet. (Foto: Daniel Haver und Eric Schmidt)


Hier die Rede in ihrem kompletten Wortlaut (deutsche Übersetzung):

Ich freue mich, mit Ihnen allen hier in Berlin zu sein.

Jedes Mal, wenn ich hier bin, werde ich daran erinnert, dass diese Stadt ein Symbol für die Welt ist. Ein Symbol für Fortschritt und Einheit und die Fähigkeit, sich gemeinsam für ein Ziel einzusetzen… neue Chancen zu schaffen… im wahrsten Sinn des Wortes Mauern einzureißen. In diesen Tagen jährt sich der Fall der Mauer zum 25. Mal, und wir feiern damit auch die 25 Jahre starke Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern.

Dies zeigt sich klar in der Tiefe der geschäftlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern. Heute gibt es über 3.000 deutsche Unternehmen in den Vereinigten Staaten, die über 670.000 Menschen beschäftigen – und über 2.500 amerikanische Unternehmen mit 800.000 Mitarbeitern in Deutschland. In anderen Worten, das Wohlergehen von 6.000 Unternehmen und 1,5 Millionen Menschen hängt von den anhaltend guten Beziehungen zwischen unseren Ländern ab.

Google ist eines dieser Unternehmen, das signifikant auf beiden Seiten des Atlantiks investiert. Wir beschäftigen in Deutschland mehr als 1100 Menschen in fünf Büros, letztes Jahr haben wir allein hier über 200 Millionen Euro investiert. Insgesamt arbeiten mehr als 9000 Menschen für Google in Europa, unsere Investitionen betrugen allein in den vergangenen vier Jahren mehr als 4 Milliarden Euro. Wir haben uns diesem Land sehr verschrieben, und wir glauben an diesen Kontinent.

Uns verbindet einiges: eine tiefe Liebe zur Innovation… zur Kreativität… zum Unternehmertum. Ich sah es bei Factory, dem neuen Zentrum für Start-up-Unternehmen, an dessen Eröffnung wir diesen Sommer hier in Berlin mitwirken durften. Und ich sehe es hier und heute bei Native Instruments – einem Unternehmen, das sich um Erfindungen und bahnbrechende Neuerungen dreht. Ihre Verschmelzung von Musik und Software hat eine ganze Branche revolutioniert, und aus Ihren unglaublichen Ideen ist eine ganz neue Art Musik hervorgegangen. Elektronische Musik gibt es heute überall. Manches davon mag ich sogar. Ich könnte heute auch eine andere Rede halten zum Einfluß elektronischer Musik im modernen Pop. Oder wir könnten uns über meine Lieblingsremixe von Beyonce unterhalten. Das verschieben wir aber lieber auf ein anderes Mal.

Anstatt dessen möchte ich heute Abend über ein anderes, vielleicht wichtigeres Thema sprechen: Erfindungen und Erfindergeist. Ich möchte dabei zwei Punkte klar herausarbeiten. Zuallererst: Der Erfindungsprozess hört nie auf. Die besten Erfindungen sind nie fertig. Große Erfinder stellen sich nicht einfach hin, reiben sich die Hände und sagen: „Meine Arbeit ist nun erledigt“. Sie sind nicht Damien Hirst, der seine Kreativität in Formaldehyd eingefroren hat. Sie brennen darauf, weiterzumachen, um etwas noch Besseres zu schaffen. Teils aus Liebe, teils aus Notwendigkeit. Denn wenn sie ihre Ideen nicht immer wieder neu erfinden, wird es jemand anderes tun und ihr Lebenswerk in der Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen oder es auslöschen, was noch schlimmer wäre!

Dies bringt mich auch schon zu meinem zweiten Punkt – genau wie Erfindungen dynamisch sind, so sind es auch die Branchen, die aus ihnen entstehen. Als Karl Benz den Benziner erfand, hatte er nicht nur einen Motor mit drei Rädern geschaffen (es waren anfangs wirklich nur drei Räder!)… nein, er hatte eine ganze Branche geboren. Dasselbe gilt für Tim Berners-Lee. Er schuf nicht nur die erste Webseite der Welt, sondern ebnete auch den Weg für das World Wide Web.

Ich sehe, dass viele von Ihnen jetzt lächeln oder nicken, aber Erfindungen können auch zu Unbehagen führen – weil sie chaotisch und unvorhersehbar sind.  Niemand ist jemals wirklich bereit für eine technologische Revolution. Platon glaubte, die Schrift würde seine Schüler davon abhalten, sich Dinge zu merken. Künstler befürchteten, die Fotografie würde den Niedergang der Malerei beschleunigen. Radio und Fernsehen würden das Ende der Konversation bedeuten. Mir persönlich gefällt besonders der Hass des Schriftstellers Mark Twain auf das Telefon: „Es ist meine warmherzige und weltumspannende Weihnachtshoffnung“, so schrieb er in einem Brief aus dem Urlaub, „dass wir uns alle irgendwann in einem Himmel des ewigen Friedens und der ewigen Ruhe und Glückseligkeit wiedersehen, außer dem Erfinder des Telefons.“

Ich hoffe jedoch, dass Twain bei all seinem Zynismus dies nicht auch über die Suchmaschinen gesagt hätte. Google begann als ein Traum – im wahrsten Sinne des Wortes. Einer der Gründer, Larry Page, wachte mitten in der Nacht auf und dachte nach… was wäre, wenn er das gesamte Internet und Links herunterladen könnte? Wäre das nicht wirklich hilfreich? Er griff nach einem Stift und notierte schnell die Details, in der Hoffnung, dies sei möglich. Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht auf die Idee gekommen, eine Suchmaschine zu erschaffen. Dies kam erst später.

Diese Geschichte ist mir wichtig, weil sie eindrücklich daran erinnert, dass es bei Erfindungen darum geht, Träumen hinterherzujagen: der Möglichkeit, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Wie Albert Einstein einmal sagte: „Wenn die Idee am Anfang nicht absurd erscheint… dann gibt es keine Hoffnung, dass sie umgesetzt wird.“ Schauen wir uns Thomas Edison an. Die Gebrüder Wright. Karl Benz. Ihre Ideen schienen zu ihrer Zeit verrückt. Doch sie haben Licht ins Dunkel gebracht, uns in die Lüfte erhoben und uns buchstäblich den Weg in die Zukunft geebnet.

Ein Jahrhundert später hat Google es den Menschen ermöglicht, nahezu alles herauszufinden, indem sie einfach ein paar Wörter in einen Computer eingeben. Anfangs waren die Menschen erstaunt. Sie konnten es nicht glauben. Obwohl technisch bereits sehr komplex, war die erste Version von Google noch ziemlich holprig. Man erhielt eine Seite Text, unterbrochen von zehn blauen Links. Klar, die Ergebnisse waren besser als alles andere zuvor. Aber nach heutigen Maßstäben war das nicht weltbewegend. Es gab keine Bilder, keine Videos, keine Nachrichten, keine Karten… nichts richtig Besonderes.

Stellen Sie sich vor, niemand hätte den Wright Flyer weiterentwickelt… ich wäre hierher geflogen, über den Atlantik, und hätte mich krampfhaft an der Rückseite eines Segelflügels festgehalten! Und wenn Benz sein dreirädriges Auto nicht weiterentwickelt hätte, dann hätten Konkurrenten sein Unternehmen in der Versenkung verschwinden lassen. Denn andere sehen, wenn neue Möglichkeiten geschaffen werden, und ergreifen ihre Chance.

So haben auch Larry und Sergey – wie alle anderen erfolgreichen Erfinder – immer weiter getüftelt. Es begann mit Bildern. Letztlich wollten die Menschen mehr als bloß Text. Dies zeigte sich erstmals 2001 nach den Grammy Awards. Jennifer Lopez trug ein grünes Kleid, das… nun ja… die ganze Welt beeindruckte. Ganz im Ernst, das Kleid selbst hat einen eigenen Eintrag bei Wikipedia: Green Versace Dress of Jennifer Lopez. Es war eine Sensation.

Und es war die beliebteste Suchanfrage, die uns je untergekommen war, aber wir hatten noch keine Methode entwickelt, um den Nutzern genau das zu bieten, was sie sehen wollten: J-Lo in ihrem Kleid. Als Ergebnisse erschienen Links auf Webseiten, die vielleicht das richtige Bild hatten, vielleicht aber auch nicht, oder die es irgendwo im Text beschrieben. Aus diesem Problem heraus wurde die Bildersuche von Google geboren.

Ein viel ernsteres Ereignis führte zur Geburtsstunde von Google News. Nach dem 11. September stellte einer unserer Ingenieure fest, dass in den Ergebnissen der Suchanfrage „World Trade Center“ nichts zu den Terroranschlägen zu finden war. Und da jede Webseite ein in sich geschlossenes System war, gab es keine Möglichkeit, Nachrichten von verschiedenen Anbietern oder aus verschiedenen Ländern miteinander zu vergleichen. Wäre es nicht besser, wenn die Menschen alle Schlagzeilen der Welt sehen und in Echtzeit erfahren könnten, wer was zu den einzelnen Ereignissen zu sagen hat?

Und dann gab es da das kleine Problem mit der Übersetzung. Zu Beginn fanden sich im Internet hauptsächlich englischsprachige Inhalte. Daher waren sie für eine große Mehrheit der Menschen weltweit nicht von Nutzen. Google Translate jedoch liefert heute über eine Milliarde kostenlose Übersetzungen pro Tag für mehr als 200 Millionen Anwender weltweit in 80 Sprachen.

Wie Sie sehen, rührte ein Großteil unserer Innovationen von unserer eigenen Unzufriedenheit mit den Google-Ergebnissen her. Karten sind dafür ein gutes Beispiel. Uns war immer schon klar, dass Menschen, die unter Google nach einer Adresse suchen – zum Beispiel „Unter den Linden“, keinen Link zu Webseiten haben wollen, auf denen diese Straße erwähnt wird. Sie wollen meistens wissen, wo diese liegt und wie sie dort hinkommen.

Also erstellten wir selbst Karten, die sich anklicken und ziehen und damit kinderleicht bedienen lassen. Mit der Zeit fügten wir Sehenswürdigkeiten und andere wichtige Adressen, z. B. von Unternehmen, sowie die Wege dorthin zu Fuß, mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzu. Und wir entwickelten Google Earth, weil es keine vollständige Satellitenansicht unseres Planeten gab und die Leute sich gerne über ihre Nachbarschaft oder über ein Hotel, das sie für den Urlaub gebucht haben, informieren. Dann erfanden wir Street View, damit man sein Ziel virtuell ansehen und vor Ort besser orientieren kann, auch ohne angestrengt die Hausnummern lesen zu müssen.

Karten werden heute als integraler Bestandteil von Suchmaschinen empfunden, und die meisten Menschen können sich Google gar nicht mehr ohne Karten vorstellen. Dasselbe gilt für viele unserer Änderungen. Ihre Suche wird mit der Zeit immer besser. Suchen Sie bei Google nach „Berlin Wetter“ und Sie bekommen nicht mehr zehn blaue Links angezeigt, die Sie durchsuchen müssen. Sie erhalten stattdessen die Wettervorhersage für die nächsten Tage als erstes Ergebnis, was Ihnen Zeit und Mühe spart. Oder suchen Sie bei Google nach “Bratwurst“ – und auf der ersten Seite werden Sie Bilder, Nährwertangaben und eine Webseite mit Rezepten finden.

Auf dem Weg dahin mussten wir uns Gedanken darüber machen, wie wir damit Geld verdienen könnten - andererseits wären all diese Ideen und Neuerungen nicht nachhaltig. Nikola Tesla war ein außergewöhnlicher Erfinder - einer der größten. Aber er ist mit seinen Erfindungen niemals über das Forschungsstadium hinausgekommen - Millionen haben sie niemals zu Gesicht bekommen, weil er es nicht geschafft hat, seine Erfindungen wirtschaftlich nutzbar zu machen. Bei Google haben wir unaufdringliche Textanzeigen neben unsere Suchergebnisse gestellt. Werbungtreibende bieten über ein Auktionssystem auf unterschiedliche Suchbegriffe - Kredite, Flüge, Campingzelte, Schuhe, alles Mögliche. Das Schöne an diesem Ansatz: Die Anzeigen sind äußert relevant für die Menschen, und Werbungtreibende zahlen nur dann, wenn ein Nutzer auch auf die Anzeigen klickt. Zudem haben diese Anzeigen einer neuer Generation von Unternehmern gänzlich neue Möglichkeiten eröffnet -- klein- und mittelständische Unternehmen, die sich niemals Werbeanzeigen in Zeitungen oder Werbeclips im Fernsehen leisten konnten, sind mit Hilfe von Google in der Lage, eine nationale oder gar weltweite Zielgruppen zu erreichen. Solche Unternehmen kann man gut als “Micro-Nationals” bezeichnen. Wie zum Beispiel Gerhard Schmieder, der im Schwarzwald Kuckucksuhren in Handarbeit herstellt. Dank AdWords exportiert er seine tollen Uhren nun auch in die USA und Asien.

Technologischer Wandel bestimmt aber auch die Geschwindigkeit, in der Google Innovationen vorantreiben muss. Denken Sie nur an mobile Endgeräte. Da unsere Bildschirme immer kleiner werden, wachsen die Herausforderungen. Wir müssen uns anpassen und weiterentwickeln, da die Suche auf einem mobilen Endgerät ganz anders als auf einem PC funktioniert. Schnelligkeit und Einfachheit sind das Wichtigste. Deshalb ist die beste Antwort ganz einfach… die Antwort. Wenn Sie „wie komme ich mit dem Zug nach Hamburg“ suchen, wollen Sie den Fahrplan der Bahn direkt auf dem Display angezeigt bekommen – ohne zusätzliche Anstrengungen. Und das bietet Ihnen Google.

Mit mobilen Geräten versteht Google auch Ihren Kontext besser, was wiederum zu besseren Ergebnissen führt. Wenn Sie zum Beispiel nach „Pizza“ suchen, wenn Sie sich in der Torstraße in Berlin befinden, können wir Ihnen Pizzerien ganz in Ihrer Nähe anzeigen – nicht am anderen Ende der Stadt. Und natürlich sind mobile Geräte die Vorreiter in Sachen sprachgesteuerte Suche, die alles so viel einfacher macht, da Sprechen weniger Mühe kostet als Schreiben. Stellen Sie sich neben das berühmteste Berliner Bauwerk und fragen Sie „Wie hoch ist Brandenburger Tor?“, und Sie werden die Antwort direkt auf Ihr Display bekommen. Falls Sie sich nicht sicher sind, es sind 26 Meter!

Da die Menschen immer mehr Zeit mit ihren Smartphones verbringen und die Nutzung herkömmlicher PCs nachlässt, wird es immer wichtiger, Anwendererfahrungen auf kleineren Touchscreens umzusetzen. Dieses Jahr erreichte unsere Branche einen bedeutenden Meilenstein, da die Nutzung der mobilen Endgeräte die PC-Nutzung zum ersten Mal überhaupt überstieg. Die am PC verbrachte Zeit ist auf nur noch 40 % zurückgegangen.

Sie hören oft, wie Leute über eine Suche als gelöstes Problem reden. Aber wir sind noch lange nicht so weit. Versuchen Sie es mit einer Abfrage wie „zeigen Sie mir Flüge unter 300 Euro, wo es im Dezember warm ist und wo ich schnorcheln kann.“ Das ist ziemlich kompliziert: Google muss Flüge unter 300 Euro finden, warme Reiseziele im Winter kennen und wissen, an welchen Orten am Meer es schöne Fische gibt. Das sind eigentlich drei verschiedene Suchvorgänge, die miteinander verknüpft werden müssen, um die richtige Antwort zu erhalten.

Leider können wir das für Sie heute noch nicht lösen. Aber wir arbeiten daran. Die Flugsuche ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Viele Jahre lang war Google nicht sehr gut darin, Anfragen wie „Flüge Berlin nach London“ zu beantworten. Wir zeigten eine ganze Reihe an Links zu anderen Seiten an, wo die Nutzer ihre Anfrage immer wieder neu eingeben mussten. Wir stellten viele wiederholte Suchanfragen fest, ein klares Zeichen von Frustration. Die Leute wollten direkten Zugang zur Information, mit weniger Klicks. Also entwickelten wir die Flugsuche und können heute schnell Preise und Flugzeiten von verschiedenen Fluglinien direkt auf der Ergebnisseite vergleichen.

Dieses Problem der direkten Antwort auf Fragen steht im Mittelpunkt der vielen Beschwerden, die gegen Google bei der Europäischen Kommission eingereicht wurden. Unternehmen wie Expedia, Yelp und TripAdvisor behaupten, dass ihren Webseiten wertvoller Traffic entzogen wird und ihr Geschäft damit benachteiligt wird. Sie würden lieber wieder zu den 10 blauen Links zurückkehren. Dabei ist interessant, dass der Traffic, den diese Webseiten über Google bekommen, bedeutend zugenommen hat – viel schneller als unser eigener Traffic – seit wir direkte Antworten auf Fragen anzeigen. Die Menge an Traffic, die in Richtung anderer Dienste erzeugt wird, sollte jedoch nicht der Gradmesser für den Erfolg von Google sein, da das Ziel einer Suchmaschine darin besteht, den Nutzern relevante Ergebnisse so schnell wie möglich anzuzeigen. Und dies ist die Motivation, die hinter all unseren Verbesserungen der letzten zehn Jahre steht.

Das bringt mich zu meinem zweiten Punkt: Genau wie Erfindungen dynamisch sind, so sind es auch die Branchen, die aus ihnen erwachsen. Vor einigen Jahren zeichnete ein Anwalt eines unserer Konkurrenten ein Bild einer Küstenlinie mit einer kleinen vorgelagerten Insel. Er fügte eine gepunktete Linie hinzu und erklärte, dies sei die einzige Fähre, die die Insel mit dem Festland verbinde. Er wollte Google mit dieser Fähre vergleichen und behauptete, es gäbe keinen anderen Weg für das Surfen im Internet. Viele von Ihnen werden instinktiv denken, dass er Recht hat. Sie nutzen Google häufig (danke schön) und auch der Rest Europas tut es! Aber auch wenn wir unzweifelhaft ein wichtiger Teil des Internets sind, so erfolgt Informationsbeschaffung doch in allen möglichen Formen und Größen, da es viele verschiedene Fenster ins Web gibt.

Wenn Sie Nachrichten suchen, gehen Sie wahrscheinlich direkt auf Ihren bevorzugten Nachrichten-Service. Die “Bild”, die am meisten gelesene Tageszeitung in Europa, erzeugt rund 70 Prozent ihres Traffics direkt, weil Menschen die Seite bookmarken oder “www.bild.de” direkt in ihren Browser eingeben. Etwas über 10 Prozent ihres Traffics kommt über Suchanfragen und etwas weniger als 10 Prozent aus sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Wie der Economist kürzlich schrieb: „soziale Netzwerke… sind zu einem wichtigen Navigationssystem für Anwender geworden, die im Internet nach Inhalten suchen.“

Wenn Sie etwas kaufen möchten, vielleicht ein Campingzelt, können Sie auf Google oder Bing oder Yahoo oder Qwant, die neue französische Suchmaschine, gehen. Aber wahrscheinlich gehen Sie gleich auf Zalando oder Amazon, wo Sie Modelle und Preise vergleichen, Rezensionen lesen und auch gleich für Ihren Einkauf bezahlen können. Untersuchungen der Forrester-Gruppe haben gezeigt, dass letztes Jahr fast ein Drittel aller Menschen, die etwas kaufen wollten, zuerst auf Amazon nachsahen – das sind mehr als doppelt so viele wie jene, die direkt auf Google suchten.

Wenn Sie Reiseinformationen suchen – Flüge, Unterkünfte, Autovermietung, Versicherungen – haben Sie die Wahl. Es gibt natürlich Google. Aber Sie können auch auf Expedia oder Kayak für Flüge gehen, auf Booking.com oder Airbnb für Hotels oder Ferienwohnungen, Hertz oder Priceline für Ihren Mietwagen und Money Supermarket für Ihre Versicherung. Der Washington Post zufolge machen Expedia, Orbitz, Priceline und Travelocity 95 % des US-amerikanischen Online-Reisemarktes aus. Es hat schon eine gewisse Ironie, da sich viele diese Unternehmen vier Jahre zuvor beim US-amerikanischen Justizministerium darüber beschwert hatten, dass die Flugsuche von Google den Wettbewerb behindere – eine Behauptung, die durch die Fakten keinesfalls gestützt wird. Die Flugsuche von Google ist zu einer praktischen Hilfe für Flugreisende geworden, ohne jedoch die herkömmlichen Akteure auf dem Reisemarkt zu verdrängen.

Lokale Informationen sind eine weitere wirklich wichtige Suchkategorie. „Wo kann ich Sushi bekommen?“, „Welches ist das beste Hotel in München?“, „Zeig mir einen guten Klempner vor Ort“. Natürlich ist Google eine Option, aber auch Yelp und TripAdvisor, Dooyoo, Ciao und HolidayCheck. Und der CEO von Yelp sagt in der Tat, dass seine Seite „schnell zu der lokalen Suchmaschine werden wird“, während der CEO von TripAdvisor behauptet, die „größte Reisemarke“ im Internet zu sein. Und die Menschen schauen immer mehr auf ihre Freunde in den sozialen Netzwerken, um diese Art von Empfehlungen zu bekommen. Wie Mark Zuckerberg sagte, sind die „Billionen Content-Teile auf Facebook mehr wert als der Index in allen Internetsuchmaschinen.“

Und dann gibt es das Smartphone. Die Menschen nutzen es ganz anders als ihren Computer. Um noch einmal den Economist zu zitieren: „Mobile Endgeräte haben die Art des Surfens im Internet revolutioniert. Die Nutzer bevorzugen heute Apps (eigenständige Programme auf Smartphones) gegenüber den Webseiten. Die meisten von uns hier heute Abend sind schon etwas älter. Wir sind mit Computern, großen Geräten auf unseren Schreibtischen, und mit ein wenig Glück mit Laptops aufgewachsen. Wenn ich mir meine Kinder und meinen Enkel anschaue, dann ist ihre Welt eine ganz andere. Alles ist mobil und sie verbringen die meiste Zeit mit einer ihrer vielen Apps, die sie auf ihr Handy geladen haben. Sieben von acht Minuten, die wir unsere Handys nutzen, verbringen wir mit Apps. Und die beliebteste App der Welt – auch in Europa – ist… Facebook, ein Unternehmen, dass sich heute als „Sprungbrett zum Internet“ versteht.

Mir geht es nicht darum, dass Google unwichtig ist, wenn es um Informationsbeschaffung geht. Es geht darum, dass die Menschen die Wahl haben, und dass sie davon ständig Gebrauch machen. Der Markt ist sehr umkämpft und ändert sich dauernd. Wie Axel Springer, ein neuer Investor in diesem Gebiet, sagte, „gibt es viele Innovationen auf dem Suchmaschinenmarkt“. Und die Eintrittshürden sind zu vernachlässigen, da der Wettbewerb nur einen Klick weit entfernt stattfindet.

Mit dem Begriff „Netzwerkeffekte“ wird derzeit viel um sich geworfen. Es ist so etwas wie ein schmutziges Wort geworden, auch wenn es nur den Prozess beschreibt, der so viele Dienstleistungen erst nützlich macht. Ein einzelnes Telefon ist nicht nützlich. Sie brauchen andere Leute, die auch Telefone haben, sodass Sie jemanden anrufen können. Und ein soziales Netzwerk ohne Ihre Freunde und Ihre Familie ist kaum ein Netzwerk und wird auch nicht sehr sozial sein. Insofern können Netzwerke nützlich sein. Aber die Suche ist kein Netzwerk, in dem man sich mit anderen Menschen verbinden muss. Sie nutzen Google nicht, weil Ihre Freunde es tun. Lassen Sie mich das anders erklären: Google ist nicht nützlich, weil es beliebt ist; wir sind beliebt, weil wir nützlich sind. Natürlich, je mehr Menschen unsere Suchmaschine nutzen, desto nützlicher werden wir für Werbungtreibende -- aber genauso wie Nutzer die Wahl bei dem Auffinden von Informationen haben, so haben Werbingtreibende unterschieldiche Möglichkeiten im Online Marketing. Man kann gleichermaßen Google nutzen und den Wettbewerber. Solche Beziehungen sind alles andere als exklusiv.

Ähnliche Argumente wie zu “Netzwerkeffekten” werden auch über Daten ins Feld geführt. Unsere Erfahrung zeigt, dass Sie keine Unmengen an Daten benötigen, um online in den Wettbewerb zu treten. Als Google startete, war Yahoo mit Abstand der größte Player im Suchbereich. Wir haben nur wenige Daten genutzt, um aufzuzeigen, wie sich Anfragen viel besser beantworten lassen. Oder schauen Sie sich den Bereich der sozialen Netzwerke an. Wir haben das populärste Netzwerk in Brasilien aufgebaut. Es nannte sich Orkut, Millionen von Menschen haben es aktiv genutzt. Aber innerhalb weniger Jahre wurde es von Facebook überholt, genauso, wie Facebook auch MySpace überholte. Es ist das Rezept, was am meisten zählt, nicht die Zutaten.

Die Wahrheit ist, dass Google ganz anders arbeitet als andere Unternehmen, die als Türsteher bezeichnet und als solche reguliert wurden. Wir sind keine Fähre. Wir sind keine Bahnlinie. Wir sind kein Telekommunikationsnetzwerk und kein Stromnetz, bei dem nur eine einzige Leitung zu Ihnen nach Hause führt und keine Mitbewerber erlaubt sind. Niemand steckt fest, wenn er Google nutzt.

Wir haben die längste Zeit von nahezu zwei Jahrzehnten damit verbracht, Ihr Vertrauen zu gewinnen und Ihnen unseren Wert zu beweisen. Und dies tun wir noch immer Tag für Tag. Weil wir wissen, dass Sie uns verlassen werden, wenn wir nicht mehr nützlich sind. Permanente Erfindung und Neuerfindung stehen im Mittelpunkt eines Prozesses, der Google weiterhin nützlich und relevant macht. Wenn wir keine Innovationen mehr schaffen, wird es jemand anders um uns herum tun und uns damit über kurz oder lang überflüssig machen.

Die Geschichte hat gezeigt, dass Größe und vergangene Erfolge kein Garant für die Zukunft sind. Große Unternehmen können schnell übertrumpft werden. Schauen Sie sich Yahoo, Nokia, Microsoft, Blackberry und andere an, die noch vor wenigen Jahren konkurrenzlos zu sein schienen, dann aber von einer neuen Welle an Technologieunternehmen, darunter Google, überrollt wurden.

Viele unter Ihnen sind skeptisch. Ich verstehe das. Sie sehen Google, Apple, Facebook und Amazon und sagen sich, Mitbewerber haben keine Chance, diese Unternehmen zu schlagen. Da bin ich mir nicht so sicher. Einerseits sind diese Unternehmen untereinander die größten Konkurrenten, weil der Wettbewerb auf dem Technologiemarkt nicht immer vergleichbar ist. Viele denken, unsere größten Wettbewerber seien Yahoo oder Bing. Aber unser größter Konkurrent im Suchmaschinenbereich ist tatsächlich Amazon. Man denkt bei Amazon nicht gleich an die Suche, aber wenn man etwas kaufen möchte, guckt man häufiger danach bei Amazon als dass man es nicht macht. Im Grunde antworten sie auf Anfragen und Suchen der Nutzer genauso, wie wir es tun - auch wenn Amazon offensichtlich den Kaufaspekt der Gleichung stärker im Blick hat.

Aber noch wichtiger ist es zu wissen, dass irgendjemand irgendwo in einer Garage auf uns lauert. Ich weiß das, weil es nicht lange her ist, dass wir in dieser Garage saßen. Der Wandel kommt von dort, wo man ihn am wenigsten erwartet. Das Telegramm drängte die Post zurück. Radio und Fernsehen mischten die Nachrichtenbranche auf. Flugzeuge beendeten die Ära der Ozean-dampfer. Das nächste Google wird nicht das tun, was Google tut, genau wie Google nicht das tat, was AOL tat. Erfindungen sind immer dynamisch und die daraus resultierenden Umwälzungen sollten uns davon überzeugt haben, dass die Zukunft nicht statisch ist. Dies ist der Prozess der Innovation.

Und das ist ein Prozess, der sich seit Menschengedenken immer wieder wiederholt, seit der erste Mensch die Idee hatte, etwas herzustellen, und ein anderer dachte, er könne es besser machen. Es ist ein Prozess, an dem Träumer und Macher gleichermaßen beteiligt sind – Leute, die irgendwo ein Problem sehen und beschließen, es anzupacken.

Bei Innovationen geht es nicht über das nächste irrwitzige Gadget, auch wenn das viele Leute mögen. Es geht um das Bestreben nach Erkenntnis und um unsere Menschkeit. Sei es durch Impfstoffe und Medizin, die unzähligen Menschen das Leben gerettet hat. Sei es durch die Erfindung der simplen Waschmaschine, die einen Teil dazu beigetragen hat, dass Frauen sich emanzipieren konnten.

Es geht auch um wirtschaftliche Chancen -- mehr Beschäftigung und ein höherer Lebensstandard. Junge, schnell-wachsende Unternehmen -- die Innovatoren -- sind die Treiber von Wachstum und Beschäftigung. Sie begründen einen neuerlichen Kreislauf, da die Beschäftigten mit größerer Wahrscheinlichkeit ihre eigenen Unternehmen gründen, mit ihren eigenen Ideen, und wiederum größere Wirtschaftstätigkeit an den Tag legen. Wir haben die Verpflichtung für künftige Generationen, diesen Kreislauf anzutreiben. Das beinhaltet einen fortwährenden kreativen Prozess sowie den Mut, Risiken einzugehen.

Zum Schluss sollte ich fair sein zu Mark Twain. Er war eng befreundet mit dem großen Erfinder Nikola Tesla. Und auch wenn er wohl nicht viel auf das Telefon gab, so hatte er doch großen
Respekt vor der Welt der Wissenschaft und der Technik. Er ließ sogar drei eigene Erfindungen patentieren. Eines meiner Lieblingsbilder ist Twain in Teslas Labor. Der große Zyniker und Satiriker steht dort und starrt auf einen Lichtball, der aus einer Spule in seiner Hand entspringt. Er sieht in die Zukunft und ist begeistert.

Vielen Dank.

Post von Kay Oberbeck, Unternehmenssprecher / Direktor Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Google Nordeuropa

Der Gründergeist lebt: Gründer-Garage 2014 mit Rekordteilnehmerzahl

| 09:54

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Sie haben getüftelt, gebastelt und viel gelernt – die Teilnehmer der Gründer-Garage 2014: Beim Förderwettbewerb von Google, Allianz Digital Accelerator, 3M, Volkswagen, Stiftung Entrepreneurship und Factory für junge Gründer konnten kreative Köpfe ihre Geschäftsideen aus allen Bereichen der Gesellschaft einreichen. Die Teilnehmerzahlen erreichten in diesem Jahr eine Rekordhöhe: Fast 2.000 kreative Köpfe aus dem deutschsprachigen Raum meldeten über 800 neue Geschäftsideen an. Fast 300 Projekte schafften es in die finale Phase des Wettbewerbs.

Am 16. Juli fiel bei der Gründer-Garage der Startschuss für den Unternehmernachwuchs. Auf der Gründer-Garagen-Plattform gaben Experten den angehenden Gründern in Video-Trainings sowie Online- und Offline-Workshops Tipps, wie sie aus ihren Ideen ein fertiges Geschäftsmodell entwickeln können. Ende August stellten die Gründer ihre Konzepte im Internet der Öffentlichkeit vor und konnten dafür bei einer Expertenjury und bei Online-Nutzern Stimmen sammeln. Es galt: Die Idee mit dem höchsten „Garagen-Faktor” gewinnt. Dieser Wert wurde aus den Reaktionen im Netz und dem Votum der fast 80-köpfigen Fachjury ermittelt.

Die Sieger wurden am Sonntag im Rahmen eines feierlichen Abschluss-Events in der Berliner Factory geehrt. Die 50 besten Gründer-Teams wurden mit Preisen im Wert von insgesamt über 100.000 Euro honoriert.

Der erste Platz bei der Gründer-Garage 2014 ging an das Münchner Projekt „HiRus ‒ Helden im Ruhestand” von Christopher Prätsch und seinem Team. Dabei handelt es sich um ein Sozialunternehmen, das Menschen in den aktiven Ruhestand begleitet. Ziel des Projektes ist es, ehrenamtliche Engagements an Arbeitnehmer zu vermitteln, deren Ruhestand in den nächsten ein bis fünf Jahren ansteht.

Die Gewinner der Plätze eins bis vier der Gründer-Garage 2014.

Die Expertenjury zeigte sich besonders von dem sozialen Engagement der Gewinner beeindruckt. Professor Dr. Günter Faltin von der Stiftung Entrepreneurship, der Mitinitiator und Leiter des Trainingsprogramms der Gründer-Garage ist, würdigte die Sieger: „Das Projekt ‘HiRus – Helden im Ruhestand’ sorgt für einen stärkeren Zusammenhalt zwischen den Generationen ‒ und das ist heute wichtiger als jemals zuvor.”

Das Gewinner-Team kann sich nun über ein Preisgeld von 20.000 Euro und eine 5-tägige Reise ins Silicon Valley mit Besuchen in den Headquarters von Google und 3M freuen. „Wir hätten niemals damit gerechnet, dass wir gewinnen würden und freuen uns natürlich nun umso mehr ‒ vor allem auch, weil die Reaktionen der Online-Crowd und der Expertenjury uns gezeigt haben, dass unsere Idee wirklich Potenzial hat”, so Christoph Prätsch, Gründer von „HiRus”.  Auf Platz 2 landete das Projekt „Für Zukunft und Erfolg: Projectroom” der Wienerin Stefanie Feder und ihrem Team, das mit 15.000 Euro belohnt wurde. Dahinter steckt ein innovatives Bewerbungsportal, das es Jobsuchenden ermöglicht, neben beruflichen auch ihre privaten Talente online zu präsentieren. So entsteht ein umfangreiches, „echtes” Bewerberprofil, von dem sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren.

Platz 3 und 4 gingen an die Projekte „Spreadmix – Die ganze Welt als Publikum” und „BLITLAB – Feelings get visible”. Die Teams konnten Geldpreise im Wert von 10.000 Euro bzw. 5.000 Euro entgegen nehmen.

Dazu kommen für die Plätze 2 bis 4 jeweils ein Marketing-Beratungsgutschein von Volkswagen und seinen Partneragenturen im Wert von 10.000 Euro. Auch die Projekte auf den Plätzen 5 bis 50 erhielten eine Belohnung. Hier gab es unter anderem Google-Geräte, Lacore-Beratungsstunden, „Fit-4-Business”-Weiterbildungspakete der IHK Berlin sowie individuelle Gründer-Coachings der Investitionsbank Berlin und Google Cloud Platform-Guthaben.

Die großartige Beteiligung an der Gründer-Garage 2014 zeigt, dass der oft vermisste deutsche Gründergeist lebt. Das Internet kann für junge Gründer ein entscheidender Katalysator sein. Wir von Google freuen uns, hier einen Beitrag geleistet zu haben.

Post von Ralf Bremer, Pressesprecher Google Deutschland

Wandert mit Street View durch die Arabische Wüste

Mittwoch, 8. Oktober 2014 | 09:34

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Stellt euch vor, ihr würdet auf einem Kamel durch die weiten Dünen der Wüste reiten. Am Horizont ein grüner Schimmer. Ist es eine Fata Morgana oder eine üppige Oase, die darauf wartet, von euch entdeckt zu werden? Mit Google Maps könnt ihr das nun selbst herausfinden und die Wüste rund um die Liwa-Oase durchstreifen, eine der atemberaubendsten Landschaften der Welt.

 

Auf eurer virtuellen Reise durch die Wüste erlebt ihr Sanddünen, die eine Höhe von 25 bis 40 Metern erreichen. Bereits im sogenannten Later Stone Age suchten sich erste Siedler diese wogenden Sandhügel als Heimat aus. Deshalb zählt die Liwa-Oase heute zu den ältesten Siedlungsgebieten in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Wüste um die Liwa-Oase, VAE
Die Liwa-Oase ist ein historisches Zentrum dieses Wüstengebiets und die größte Oase auf der Arabischen Halbinsel. Viele Menschen, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) leben, können ihre Herkunft bis auf die ersten dort ansässigen Stämme zurückverfolgen. Diese machten die Region zu einem Handelszentrum. Die Oase bietet auch einen Raum für Dattelfelder, deren Palmen und Früchte wichtige kulturelle Symbole sind: Aus den Palmwedeln wurden die Wände der Beduinen-Zelte, Körbe und andere Dinge geflochten, und die Früchte waren für die Bewohner der Oase ein wertvolles Nahrungsmittel.

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Liwa-Oase, VAE
Um diese beeindruckende Wüste für Street View festzuhalten, haben wir den Trekker auf seinem Weg durch die Wüste auf den Rücken eines Kamels geschnallt und Bilder gemacht. Mit Hilfe der Kamele konnten wir sehr authentische Bilder der Wüste einfangen und gleichzeitig die empfindliche Umgebung schonen.

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Street View Trekker auf dem Rücken eines Kamels.
Vielleicht inspirieren euch die Bilder, diesen beeindruckenden Ort selbst einmal zu besuchen. Wer weiß, vielleicht trefft ihr dort ja ein paar neue Freunde. Wenn ihr weitere Bilder sehen möchtet, besucht unsere Street View-Galerie.

Post von Najeeb Jarrar, Produkt Marketing Manager, Middle East and North Africa

“Recht auf Vergessen”-Experten-Beirat trifft sich in Berlin

Dienstag, 7. Oktober 2014 | 18:33

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In den letzten zwei Wochen hat Googles Experten-Beirat zum „Recht auf Vergessen“ öffentliche Sitzungen in Paris und Warschau abgehalten, bei denen nationale Experten und Vertreter der Öffentlichkeit angehört wurden. Die nächste öffentliche Sitzung findet am 14. Oktober in Berlin statt.

Auf jeder Sitzung des Experten-Beirats steht der Öffentlichkeit eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung, für die nun eine Online-Registrierung möglich ist. Die Registrierung bleibt bis zum Vortag der Veranstaltung geöffnet. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.

Bitte registrieren Sie sich hier für die Teilnahme an der öffentlichen Sitzung in Berlin. Pressevertreter können sich hier registrieren.

Auf jeder Sitzung hört sich der Experten-Beirat die Ausführungen geladener Experten an, stellt ihnen Fragen und diskutiert über Themen aus den Bereichen Recht, Technologie und Ethik. Für den öffentlichen Teil der Beiratssitzung sind ungefähr vier Stunden inklusive einer kurzen Pause angesetzt. Die gesamte Sitzung wird auf der Website des Beirats als Livestream übertragen.

Während der Veranstaltung kann das Publikum dem Beirat und den geladenen Experten Fragen vorlegen. Außerdem lädt der Beirat Vertreter der Öffentlichkeit ein, über ein Formular auf der Webseite google.com/advisorycouncil ihre Gedanken zum „Recht auf Vergessen” zu teilen – alle Beiträge werden verlesen und diskutiert. Einzelpersonen oder Organisationen mit Fachkompetenz können auf der Webseite google.de/advisorycouncil/comments laufend Anlagen wie zum Beispiel Forschungsarbeiten einreichen.

Nach Berlin und London (16. Oktober) trifft sich der Beirat zu seiner letzten Sitzung in Brüssel
(4. November), bevor er dann mit der Arbeit an seinem Bericht beginnt. Dieser wird Anfang 2015 veröffentlicht.

Wir freuen uns, Sie auf der Sitzung begrüßen zu dürfen.

Post von Betsy Masiello, Google Secretariat to the Advisory Council

News zu News bei Google

Mittwoch, 1. Oktober 2014 | 13:04

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Nach einhelliger Meinung wurde die erste Zeitung der Welt, Relation aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien, 1605 auf Deutsch von Johann Carolus veröffentlicht. Er verfolgte ‒ vor fast einem halben Jahrtausend ‒ bereits das Ziel, mit seiner Publikation möglichst viele Leser zu erreichen, also das, wonach jede Zeitung bis heute strebt.

Google unterstützt Presseverlage nach Kräften, auch online eine Lesergemeinde aufzubauen ‒ und Geld zu verdienen. Jeden Monat leiten wir über eine halbe Milliarde Klicks zu deutschen Nachrichtenseiten. Jeder dieser Klicks ist für Verlage Schätzungen des amerikanischen Zeitungsverbandes zufolge zwischen 12 und 16 Cent wert. Zusätzlich haben wir in den vergangenen drei Jahren eine Milliarde Euro an deutsche Werbepartner aus dem Medienbereich ausgeschüttet. Aus all diesen Gründen entscheiden sich viele Nachrichtenanbieter dafür, ihre Inhalte über die Google Suche oder Google News zugänglich zu machen ‒ von FAZ bis Süddeutsche, von Spiegel bis Zeit ‒ insgesamt rund 5.000 deutsche Nachrichtenseiten. Abertausende weitere Anbieter arbeiten mit Google als Werbepartner zusammen.

Allerdings haben einige deutsche Verlage ‒ vertreten durch die Verwertungsgesellschaft VG Media ‒ kürzlich beschlossen, Google (und andere Anbieter) zu verklagen, weil wir Textausschnitte („Snippets”) und Vorschaubilder („Thumbnails”) verwenden, um Leserinnen und Leser auf die Seiten der betreffenden Verlage hinzuweisen. Wir bedauern dieses juristische Vorgehen sehr, denn jeder Verlag konnte schon immer selbst entscheiden, ob und wie seine Inhalte in unseren Diensten angezeigt werden. Vor dem Hintergrund dieser Klage werden wir Snippets und Thumbnails einiger bekannter Webseiten wie bild.de, bunte.de oder hoerzu.de nicht mehr anzeigen, also jener Verlage, die in der VG Media organisiert sind. Für diese Seiten werden wir nur noch den Link zum Artikel sowie dessen Überschrift anzeigen. Andere große deutsche Anbieter haben die Inhalte von Mitgliedern der VG Media sogar vollständig entfernt.

Jahrhundertelang war die Reichweite des gedruckten Papiers für Verlagshäuser begrenzt. Das Internet hat dies entscheidend verändert und großartige Chancen, aber auch beträchtliche Herausforderungen für Verlagshäuser mit sich gebracht. So hat sich zum Beispiel der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Leser und um Werbeerlöse verschärft. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Verlagsbranche dabei zu unterstützen, diese Herausforderungen zu meistern. Daher freuen wir uns auf die weitere gemeinsame Arbeit mit tausenden von Verlagspartnern überall auf der Welt und natürlich auch in Deutschland.

Post von Philipp Justus, Managing Director, Google Germany